Das Tagebuch der Wanderer/ Doppelgänger


1991 – Der doppelte Udo

Ich arbeitete 1991 im Garten- und Landschaftsbau. An diesem Tag standen wir mit einem halben Dutzend Kollegen in einer Kleingartenkolonie und zogen Beete glatt. Monotone Arbeit, die Gedanken gehen bei so etwas gern spazieren. Meine auch.

Abends zurück am Stützpunkt rief mich der Chef ins Büro.
„Was haben Sie während der Arbeitszeit auf dem Ku’damm gemacht?“, fragt er — ernst, kein Scherz in der Stimme.
„Wie bitte?“
Er erklärt, er habe mich gegen 14 Uhr dort gesehen. In Arbeitskluft. Sein Fahrer könne es bezeugen.

Der Fahrer nickt. Beide schildern unabhängig, was sie „gesehen“ haben: ich, auf dem Ku’damm, genau so angezogen wie jetzt. Ich sage, das sei unmöglich—ich war die ganze Zeit in der Kolonie; es gibt sechs Zeugen. Die Kollegen bestätigen es. Der Chef bleibt skeptisch, willigt aber schließlich ein, dass beides nicht gleichzeitig wahr sein kann — und lässt es gut sein.

Seitdem kenne ich diesen entspannten Zustand, in dem der Kopf weit wird und der Körper routiniert arbeitet. Ich frage mich manchmal, ob ich in solchen Momenten schon öfter als Phantom irgendwo entlangspaziert bin — ein zweites Bild von mir, das jemand anders sieht, während ich ganz woanders stehe und Erde von der Schaufel klopfe.

Vielleicht war’s ein Versehen der Wirklichkeit. Oder ein kurzer Aussetzer im Film. Ich weiß nur: An jenem Tag war ich zwei Leute — einer im Beet, einer auf dem Boulevard. Und keiner von beiden hat’s gemerkt.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Der Besuch


21.12., 21:15 – Besuch

Ich saß zu Hause vor dem Fernseher, als die Luft neben mir plötzlich kalt wurde — nicht zugig, sondern wie ein heller Schreck in der Temperatur. In derselben Sekunde war sie da: Isabel. Nicht sichtbar, aber spürbar, als säße sie neben mir. Sie hielt mir — so klar, dass ich die Geste kannte — den Arm hin, damit ich ihn streichle, wie früher. Und eine Traurigkeit hob sich in mir an, groß und still.

Ich sagte ihr, dass ich sie jeden Tag vermisse. Dann löste sich die Kälte, als hätte jemand einen Reißverschluss in der Luft wieder zugezogen.


22.12., ca. 04:00 – Die Lichtstadt

Ich wachte auf aus einem Traum, der wie ein Fenster war.

Davor: ein Tag, grau und schwer, eine Umgebung ohne Farbe. Ich lege mich dort schlafen — und „wache“ woanders auf. Ein anderes Zimmer. Von draußen fällt Licht herein. Ich gehe ans Fenster.

Die Stadt, die ich sehe, ist kaum beschreibbar. Nacht — und doch überall Leuchten. Straßen voller hellen Atems. Straßenbahnen fahren, aber sie sind aus Licht gebaut, nicht aus Metall. Überall Menschen und andere Wesen — bewegte Wärme. Aus den Fenstern gegenüber strahlt ein freundliches Gelb — nicht grell, sondern einladend. Der Himmel darüber bleibt dunkel, doch die Stadt selbst ist ein Sanft-Tag in der Nacht.

Ich will hinaus, mitten hinein, Fotos machen. Aber wie so oft im Traum finde ich Kamera und Stativ nicht. Ein kurzer Gedanke huscht vorbei — Times Square—doch der echte kommt mir dagegen wie ein dunkles Loch vor. Hier ist es unglaublich, ein Ort, den ich nicht mehr verlassen möchte.

Durch die Wand höre ich Stimmen. Nebenan steht eine Frau, spricht mit einem Mann, der zum Fenster hinaus sieht. Sie wirkt verärgert, bestimmend. Ich denke an Isabels Eltern — ihr Vater ist seit über einem Jahr tot; von der Mutter weiß ich nichts. Aber das Gefühl bleibt: Sie hat die Hosen an.

Ich schaffe es nachts nicht hinaus. Am Tag dann doch: Plötzlich stehe ich mit Arwen, meiner Tochter, und noch jemandem auf der Straße. Wir gehen an einem Laden vorbei, dessen Schaufenster offen wie eine Theaterbühne ist. Darin stehen Dinge aus Gold und Silber. Erst halte ich sie für Kamine, dann begreife ich: Kaffee — Zubehör, Geräte, glänzende Formen, die an Rituale erinnern.

Eine junge Frau kommt hinter uns her — der Laden scheint ihr zu gehören. Sie ist blind, ein Blindenhund führt sie ruhig. Dann tritt ihre Mutter ein und sagt nur: „Na, dann kann es ja losgehen.

In diesem Satz liegt ein Startsignal. Und ich wache auf.


Nachklang

Zweimal Nähe in einer Nacht: erst die Kälte, die wie eine Hand ist; dann die Stadt aus Licht, die wie ein Versprechen wirkt. Ich weiß nicht, wo das ist. Aber ich kenne das Gefühl: Jemand sagt mir, dass etwas weitergeht — in mir, mit mir, vielleicht für mich. Und dass es okay ist, beides zu halten: das Vermissen und das Losgehen.

Ich bin mir inzwischen sicher das mir Isabel mitteilen wollte was mit ihr geschah als sie starb, und der Teil mit dem Stativ war von mir.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Isabel


Für Isabel

Ich lernte Isabel vor fast zwanzig Jahren kennen. Beim ersten Blick sagte ich — laut, ohne Plan: „Dich lasse ich nie wieder los.“ Ich wusste nicht, dass der Tod schon andere Pläne machte.

Wir verstanden uns sofort. Wo mir etwas fehlte, glänzte sie: Organisationstalent, Gespür für Geld, Küche auf Sieben-Sterne-Niveau — und dazu diese leise, selbstverständliche Schönheit. Wer sie nicht kannte, unterschätzte sie oft — vielleicht wegen ihrer zierlichen Statur. Wer ihr aber Raum gab, sah schnell, welche Kraft und Talente in ihr steckten.

Sie kam von der Insel Madeira und brachte all das mit, was ich an Portugal liebe: Liebe, Fürsorge, Leidenschaft, Zugewandtheit. Noch nie zuvor hat sich jemand so um mich gesorgt. Manchmal war es fast zu viel — und trotzdem genau richtig. Sie glaubte an mich, stärker als ich es tat. Ich habe ihr das nicht immer so gedankt, wie sie es verdient hätte. Das tut weh; es bleibt.

Isabel war ein guter Mensch. Einer von denen, die man gar nicht oft genug im Leben haben kann. Einer, der alle Liebe der Welt und ein langes, helles Leben verdient hätte. Im September 2018 endete ihr fast einjähriger Kampf gegen den Krebs. Seitdem fehlt sie. Jeden Tag, in allem. In den kleinen Handgriffen am Morgen. Im Klang der Küche. In der Art, wie sie mein Chaos ordnete, ohne mich klein zu machen.

Ich trage sie weiter: in Rezepten, in Listen, in Sätzen, die sie sagte, und in diesem stillen Mut, den sie mir beigebracht hat. Wenn ich koche, stelle ich den Teller so hin, wie sie es getan hätte. Wenn ich zweifle, frage ich mich, was sie jetzt planen würde. Und wenn es ganz still wird, höre ich ihren Atem im Haus, als wäre sie nur kurz im nächsten Zimmer.

Isabel, meine Süße — ich liebe dich.
Und ich lasse dich nicht los. Nur anders.

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Das Tagebuch der Wanderer / Über den Zustand des Menschen


Vom Guten – und vom Gleichgewicht

Der Mensch ist gut. So sollte es sein.
Aber erkennen wir das Gute noch? Unsere Zeit wirkt, als liefe sie aus dem Ruder — laut, schnell, grob. Tugenden, die einst König Artus’ Runde prägten — Ehre, Mitgefühl, Nächstenliebe, Schutz der Schwachen—gelten vielen als Relikte. Leise Menschen werden für schwach gehalten; Besonnenheit wird mit Feigheit verwechselt. Dabei sind gerade diese Qualitäten Hochleistung der Seele.

Allzu oft bestimmen heute Stimmen den Takt, die nur Lautstärke kennen. In Führungsetagen erhebt sich zu häufig das Recht des Stärkeren zur Methode; Verantwortung wird nach unten delegiert, Schuld nach außen. Zwischen Profit und Prestige verliert sich das Maß. Die Folgen sehen wir — im Kleinen wie im Großen: kalte Entscheidungen, heiße Konflikte, Lebensläufe, die unter Rädern geraten.

Wie konnte es soweit kommen?
Weil wir es zugelassen haben.

Das Universum sucht Ausgleich. Unsere Aufgabe ist, die Waage zurückzustellen — nicht mit Zorn, sondern mit Haltung. Mein Traum: dass die alten Tugenden wieder Oberhand gewinnen. Nicht als Nostalgie, sondern als Zukunftstechnik.


Freitags Nachmittag – Die Übung zum Ausgleich

Ich beginne ab heute, jeden Freitag, mit einer einfachen, kraftvollen Praxis. Mach gern mit — für dich, für eure Familie, für die große Waage.

Das Ritual am Wasser

  1. Ort wählen: Ein ruhiges Gewässer in deiner Nähe (Teich, See, breiter Flussabschnitt, Hafenbecken). Glatte Oberfläche hilft.
  2. Zwei Steine finden:
    • Stein A = Problem (Konflikt, Angst, Verstrickung)
    • Stein B = Lösung/Ausgleich (Frieden, Klarheit, gerechte Ordnung)
  3. Ankommen (1–2 Minuten): Stehen. Atmen. Die Schultern weich werden lassen.
  4. Benennen: Flüstere für dich, wofür Stein A steht. Dann wirf ihn. Beobachte die Wellen.
  5. Ausrichten: Lege die Hand kurz aufs Herz. Formuliere für Stein B, was entstehen soll (z. B. „Einsicht + faire Vereinbarung“). Wirf ihn so, dass seine Wellen auf die ersten treffen.
  6. Sehen: Verfolge, wie sich die Muster überlagern und beruhigen. Sag innerlich: „Ausgleich stellt sich ein.
  7. Abschluss: Dank. Eine Verbeugung — vor dem Wasser, vor der Aufgabe, vor dir.

Kein Wasser in der Nähe?
Stell dir eine Schale mit Wasser bereit (zu Hause, Balkon). Oder führe die Übung im Geist aus: Stelle dir die Oberfläche, beide Würfe und die überlagernden Wellen so klar wie möglich vor. Wirkung folgt der Ausrichtung.

Für Geübte – Feintuning

  • Nutze Atemzahlen (z. B. 4–7–8) vor dem Wurf, um dich zu zentrieren.
  • Formuliere positiv und konkret („klare, faire Einigung bis …“ statt „kein Streit mehr“).
  • Wiederhole bei Bedarf täglich kurz (30–60 Sek.) im Geist, freitags 21:00 dann am Wasser.

Nachverfolgung

  • Führe ein Ritual-Journal: Datum, Thema, Beobachtungen, Veränderungen.
  • Achte auf kleine Marker in der Woche: unerwartete Gespräche, neue Optionen, Temperaturwechsel im Konflikt. Ausgleich zeigt sich oft leise, bevor er sichtbar wird.

Haltung statt Lärm

Diese Übung ist kein Zaubertrick und ersetzt weder Recht noch Verantwortung. Sie ist ein Impulsgeber: Sie richtet dich auf Würde, Klarheit und Mut zur Gerechtigkeit aus — und sie lädt das Feld ein, mitzuschwingen. Sanftmütige sind nicht wehrlos. Sie sind gerichtet.

Wenn viele von uns Freitags die gleiche Welle setzen, entsteht Kohärenz. Das ist Physik und Ethik zugleich.

Sag mir gern, was sich bei dir verändert hat.
Und dann arbeiten wir gemeinsam am Großen Guten: leise, beharrlich, wirksam.

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Das Tagebuch der Wanderer / Das Gen der schwarzen Welt


Die Rückkehr der verborgenen Gene

1) Der Eingriff

Allem Anschein nach wurden vor Hunderttausenden von Jahren Teile der menschlichen Spezies gezielt verändert: Wissenschaftler der Schwarzen Welt setzten zusätzliche Genmodule ein. Zweck: eine temporäre Aufwertung der Kommunikation zwischen damaligen Menschen und den Fremden – und, nüchtern gesagt, eine Steigerung der Arbeitsleistung in Minen und auf Farmen der Besucher.

Diese Module machten Menschen leistungsfähiger und zugleich kompatibel: Vermischung wurde möglich – ein Prozess, der sich über Jahrtausende erstreckte.

2) Die eingebauten Schranken

Der Eingriff kam nicht ohne Sicherungen:

  • eine genetische „Selbstabschaltung“ (verkürzte Lebensspanne als Sollbruchstelle),
  • die Dämpfung höherer psychischer Fähigkeiten (Intuition, außersinnige Wahrnehmung, nicht-lineares Erkennen).

So blieb die Population produktiv – aber begrenzt.

3) Der lange Fehler

Was die Fremden nicht einkalkulierten: Zeit. Mit den Jahrtausenden erodieren Barrieren. Repressoren verlieren Kraft, Schalter klemmen offen, Restriktionen werden porös. Der Rückbau der Einschränkungen läuft – seit sehr langer Zeit.

Folge: Die ursprünglich vorgesehenen Möglichkeiten der zugesetzten Gene treten wieder hervor. Immer mehr Menschen zeigen Sonderfähigkeiten – nicht als Zirkusnummer, sondern als erweiterte Wahrnehmung der Wirklichkeit.

4) Zwei Blickrichtungen

Damit wächst der Abstand zwischen zwei Weisen, Welt zu sehen:

  • Menschen, die die Wirklichkeit wahrnehmen: das Ganze, das hinter dem Alltäglichen pulsiert; Muster, Zusammenhänge, tiefe Resonanzen.
  • Menschen, die in engen Realitäten kreisen: Job, Konto, Status, die eigene kleine Insel – und die daraus eine vermeintliche Größe ableiten.

Das ist kein moralisches Urteil – es ist eine Differenz der Reichweite. Der Trugschluss: das Messbare mit dem Wesentlichen zu verwechseln.

5) Das Erwachen

Der Prozess beschleunigt sich. Wer die Wirklichkeit (Ozean) berührt, lässt das Realitätsglas nicht mehr als Maß gelten. Das hat Konsequenzen – innen wie außen. Für manche wird das Erwachen gnadenlos: nicht, weil jemand straft, sondern weil sie bemerken, welchem Götzen sie dienten – dem der Begrenzung.

6) Was jetzt ansteht

  • Erinnern statt erfinden: Die Fähigkeiten sind kein „Neues Spielzeug“, sondern Rückkehr eines alten Potenzials.
  • Integrieren statt spalten: Wahrnehmung erweitern – ohne den Alltag zu verachten. Brot bleibt Brot; doch man schmeckt wieder, woher es kommt.
  • Verantwortung statt Rausch: Wer weiter sieht, trägt mehr Verantwortung – für Sprache, Handlung, Ausgleich.

Kurz: Ein alter Eingriff verliert seine Zähne. Die Wirklichkeit dringt durch. Wer sich darauf einlässt, wird weniger „größer“ als vielmehr weiter. Und in dieser Weite zeigt sich, was immer galt – dass wir nie getrennt waren, nur gedimmt. Jetzt wird es heller. Schritt für Schritt.

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Das Tagebuch der Wanderer / Die Wirklichkeit des Programms


Wirklichkeit – größer als Realität

Es gibt die Wirklichkeit. Und sie ist gewaltiger als alles, was wir uns in unseren kühnsten Träumen ausmalen.
Selbst nach all den Jahren mit meinem Programm für interpersonellen Ausgleich muss ich zugeben: Ich kratze bislang nur an der Oberfläche.

Wenn sich eines Tages zeigen sollte, dass das Programm so wirksam ist, wie es sich bisher andeutet, dann stellt es ganze Felder auf den Kopf: Psychologie, Medizin, Wirtschaft, Politik, Militär.
Warum? Weil es — so meine Erfahrung — die holografische Natur des Universums spürbar macht und zeigt, wie brüchig das ist, was wir für „unumstößliche Realität“ halten.

Kühn gedacht? Ja. Aber ich gehe so weit zu sagen: Eines Tages könnte sogar der Tod verlernbar sein.
„Was für ein Unsinn“, werden manche sagen. Verstehe ich. Deshalb ein paar Beispiele — so, wie ich sie erlebt habe.

Was das Programm tut (aus meiner Sicht)

Am Anfang wusste ich selbst nicht, was da passierte. Inzwischen erkenne ich ein Muster:
Das Programm wirkt, wo Gleichgewicht verloren ging — und eröffnet Wege zum Ausgleich.
Viele sagen: Wenn „Gott“ eine Tür schließt, öffnet er eine andere. Genau diese Bewegung beobachte ich — nur gerichtet.

Beispiele, die mich geprägt haben

  • Papstamt (Benedikt XVI.)
    Mein Eindruck: Das Amt war in einer Schieflage zu dem, wofür die Gestalt „Jesus“ steht. Ich setzte das Programm auf das Amt (nicht auf die Person). Tage später trat Benedikt zurück.
    Zufall? Für mich fühlte es sich nicht so an.
  • Bundespräsidialamt
    Ein Inhaber, dessen Vorgeschichte (Stichwort internationale Finanzakteure) aus meiner Sicht schwer wog. Wieder richtete ich das Programm auf das Amt. Kurz darauf folgten Rücktritte/Wechsel.
    Wieder Zufall? Nach dem, was ich gesehen habe: eher nicht.
  • Koreakonflikt
    Die aufgeheizte Lage zwischen Nord und Süd — Medien, Politik, Drohkulisse. Ich setzte das Programm auf die Beziehung der beiden Staaten. Wenig später kam der Teilnahme-Wunsch des Nordens an den Olympischen Spielen; danach Bewegung in den Gesprächen.
    Zufall? Vielleicht. Für mich: verketteter Ausgleich.
  • Weitere Felder
    Fußball-EM (Sieg Portugals), griechische Umschuldung — und anderes. Auch hier erlebte ich: verfahrene Situationen lockern sich, es entstehen neue Pfade.

Ich behaupte nicht, Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn zu liefern. Ich schildere Erfahrung: Dass das Programm Ausgleich fördert — und dass sich danach häufig genau das ereignet, was vorher festgefahren schien.

Was das heißt

Wenn das Universum holografisch ist, dann ist kein Teil wirklich vom Ganzen getrennt. Eine minimale Korrektur an der Struktur kann weitreichende Effekte in der Erscheinung haben.
Genau dort setzt das Programm an: nicht an Personen, sondern an Feldern, Ämtern, Beziehungen. Nicht gegen, sondern für Ausgleich.

Klingt das überzogen? Möglich. Aber stellen Sie sich ehrlich die Frage:
Könnte der Typ vielleicht recht haben?
Wenn ja — nur ein bisschen — dann lohnt es sich, über Realität hinaus an der Wirklichkeit zu arbeiten.

Merksatz: Nichts ist unwiderruflich in Stein gemeißelt.
Manches wartet nur auf den Schlüssel, der die nächste Tür aufschließt.

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Das Tagebuch der Wanderer / Das Programm


Heute. Möglichkeiten – und Überforderung

Wir leben in einem friedlichen, wohlhabenden, vergleichsweise sicheren Land. Ideal? Auf den ersten Blick.
Im Alltag jedoch — im Job wie privat — herrschen Wandel, Tempo, Druck. Anforderungen prallen aufeinander; Balance zwischen Leistung und Wohlbefinden gerät ins Wanken. Manchmal kippt sie.

Wenn das Miteinander bricht

Konflikte tauchen überall au f— oft plötzlich, manchmal schleichend:

  • Arbeitswelt: Aus Kollegen werden Konkurrenten; Mobbing wird zur täglichen Zumutung.

  • Schule: Ein Kind wird ausgegrenzt, weigert sich, noch hinzugehen.

  • Partnerschaft: Abneigung wächst über Wochen — oder explodiert über Nacht.

  • Geschäftlich: Aufträge stocken, Kunden zahlen nicht, Konkurrenz drückt.

  • Privat: Pfusch am Bau, schlechte Dienstleistungen, endlose Verfahren vor Gericht.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Das Ergebnis ist stets dasselbe: Erschöpfung, Ohnmacht, Stillstand.

Gibt es einen friedlichen Weg?

Ja.
Es gibt ihn: das Programm für interpersonellen Ausgleich.

Was es ist

Ein von mir in über 20 Jahren entwickeltes und erprobtes Vorgehen, das festgefahrene Beziehungen, Projekte und Situationen wieder in Ordnung bringt — sodass sich Neues friedlich entwickeln kann.

Was es kann

  • Entwirren: Muster und Trigger erkennen, die Konflikte festhalten.

  • Neu ausrichten: Kommunikation, Erwartungen, Verantwortlichkeiten justieren.

  • Stabilisieren: Vereinbarungen schaffen, die halten — auch unter Druck.

Wo es wirkt

In einer mehrjährigen Testphase wurde das Programm in sehr unterschiedlichen Bereichen angewendet, fortlaufend optimiert und erweitert. Es bewährte sich gerade dort, wo alles aussichtslos erschien: Arbeitsplatz, Familie, Schule, Partnerschaft, Nachbarschaft, Bau- und Geschäftsangelegenheiten.

Ergebnis: überraschend hohe Wirksamkeit — weit über den ursprünglich gedachten Rahmen hinaus.

Vielleicht auch für Sie

Wenn Sie das Gefühl haben, festzustecken — ohne Stimme, ohne Hebel—prüfen wir gemeinsam, ob und wie das Programm für Ihre Lage ansetzt. Diskret. Strukturiert. Zielklar.

Merksatz: Nichts ist unwiderruflich in Stein gemeißelt.
Manches braucht nur den richtigen Impuls, damit es sich wieder bewegt — in Richtung Gleichgewicht.

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Das Tagebuch der Wanderer / Vermisst


1965 – Das Verschwinden

Ich war ein Kind, 1965, als man mich für sechs Monate in ein Kinderheim schickte. Kein Gespräch, keine Erklärung, nur die Fahrt und das Absetzen — wie ein Paket. Das Heim lag in der Nähe des Bodensees: ein großes Haus, viele Zimmer, lange Flure, die nach Desinfektionsmittel rochen. Metallene Betten, die bei jeder Bewegung anschlugen; Untersuchungen, die mehr wehtaten als erklärten. Spielzeug gab es kaum. Und doch: Ich erinnere mich nicht an „böse Menschen“. Eher an Münder, die zu knapp waren für Tröstliches.

Ich wurde krank; man brachte mich auf eine Art Krankenstation. Mehrere Kinder in einem Zimmer, das Tageslicht gedämpft, der Nachmittagslärm der anderen nur als fernes Summen. Ich schlief dort ein — und wachte an einer Waldlichtung auf. Keine Station, kein Bett. Moosgeruch, kühle Erde, ein schmaler Weg, der am Rand vorbeilief, als wär’s schon immer so gewesen.

In der Ferne rief jemand meinen Namen. Ich antwortete. Stimmen kamen näher, erst Kinder, dann zwei Schwestern, die hinter ihnen auftauchten. Die Kinder liefen zu mir, aufgeregt, erleichtert. Die Schwestern waren zornig. „Warum bist du weggelaufen?“ Ich wusste keine Antwort. In mir war kein „Gehen“ gewesen — nur Schlaf und dann Wald. Ich sagte nichts.

Später erzählten mir die Kinder, ich sei zwei Tage fort gewesen. Zwei Tage? Für mich fehlte kein Tag. Kein Hungerloch, kein frierendes Zittern, keine Erinnerung an Wege. Nur dieses saubere Schneiden in der Zeit: Station — Lichtung.

Es folgten Strafen. Weniger Essen. Spielzeugentzug (so wenig es gab). Die Tage wurden kantig, die Nächte länger. Vertrauen ist ein Tier, das lange braucht; meins kroch unter das Bettgestell und blieb dort.

Jahre später fragten mich meine Eltern, wie ich aus dem Heim gekommen sei. „Die Türen sind nachts verschlossen“, sagten sie. „Wo warst du?“ Sie wollten einen Plan, eine Karte, eine Lücke im System. Ich hatte nur eine Lücke in der Erinnerung. Bis heute.

Was bleibt, ist nicht Schrecken — es ist Stille. Eine Lichtung, ein Weg, mein Name, der über Bäume kommt. Das Wissen, dass Zeit bricht, manchmal, lautlos. Und dass ein Kind zurückgebracht werden kann, ohne zu wissen, wie es fortging.

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Das Tagebuch der Wanderer / Star Poem – 2 Falken

Zwei Falken, in des Lichtes ewiger Nacht,
ziehen vorbei an den Sternen der Pracht.
Verloren in den Zeiten, getrennt durch die Macht
ewig zu lösen mit Schmerz daran gedacht.

Tausend Leben, Tausend Tode sooft geschehen in endloser Leere.
Soviel Pein kaum zu ertragen wird sie zur Tiefe gewaltiger Meere.
Tränen sind erloschen in der Sonne Heere,
denn sie können nicht erlösen die absolute Schwere.

Die Zeit streift ein Ruf nach Frieden im Licht.
Versuche zu Verzeihen bevor das Leid uns zerbricht.
Hoffnung erlöst wenn das Herz kommt zum Stehen.

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