„Die Realität hat mit der Wirklichkeit wenig zu tun“


Über Realität und Wirklichkeit

Diese Seite ringt mit der Wirklichkeit — und arbeitet, nun ja, mit dem, was wir gewöhnlich „Realität“ nennen. In über einem halben Jahrhundert habe ich viel gesehen und noch mehr geahnt. Ich habe Paradieslicht gekostet, bin in Höllen gestürzt und habe mich — zerschrammt, aber trotzig — ins Helle zurückgearbeitet.

Wie würde ich mich nennen? Realist — und zugleich Wirklichkeitist (gibt’s das Wort? Jetzt schon). Meine Sympathie gehört eindeutig der Wirklichkeit, auch wenn sie das Denken gern einmal gründlich durcheinanderwirbelt.

Warum die Unterscheidung? Sind Realität und Wirklichkeit nicht dasselbe?
Nein. Realität ist ein Glas Meerwasser. Wirklichkeit ist der Ozean.
Wer diesen Ozean einmal gesehen, gespürt, gehört hat — das tiefe Rollen unter allem — wird süchtig danach.

Die Realität legt uns Beschränkungen an, so fein und zahlreich, dass wir sie kaum noch bemerken. Ein enger Käfig, der gerade genug Luft lässt, um nicht zu schreien. Wirklichkeit dagegen schließt keine Türen — sie öffnet. Sie trägt die Schlüssel zu all den Schlössern, in denen wir uns eingerichtet haben.

Seit frühester Kindheit lebt diese Differenz in mir. Nächte, in denen die Sonne aufging — unmöglich und doch geschehen. Spiele mit Kindern ohne Haare (eine alte Geschichte meines Vaters, als ich 2 Jahre alt war die seltsam wirklich blieb). Ich war vier und mehrere Tage verschwunden, ohne Spur — und stand eines Morgens heil an einem Waldweg, als hätte mich die Landschaft selbst zurückgestellt. Später kamen Besuche von Wesen, die diese Welt längst verlassen hatten: leise, beharrlich, unverwechselbar.

All das werde ich hier erzählen. Nicht, weil ich es „beweisen“ kann, sondern weil ich weiß, dass es wahr ist — wahrer als manches, was als Fakt durchgeht. Dieser Blog ist mein Logbuch aus dem Zwischenraum: zwischen Käfig und Schlüsselbund, zwischen Glas und Ozean. Wenn es gut läuft, macht er die Welt ein kleines Stück weiter. Und wenn es sehr gut läuft, hilft er dir, dein eigenes Meer zu hören.

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