Das Tagebuch der Wanderer/ „NIBIRU Die versteckte Welt.“


Nibiru – Die versteckte Welt.

Seit Jahrtausenden ranken sich Mythen um die Anunnaki, die Götter aus den Sternen und um den geheimnisvollen Planeten Nibiru. Doch was, wenn diese Erzählungen mehr sind als nur alte Geschichten?
Dieses Buch öffnet das Tor zu einer verborgenen Wirklichkeit: Es erzählt von den „Unsterblichen“, die in einem anderen Zeitrhythmus leben, von der geheimnisvollen schwarzen Welt nahe Jupiter, und von Portalen, die sich inmitten unserer Realität öffnen. Es zeigt, wie DNA, Erinnerung und Bewusstsein uns noch heute mit diesen uralten Besuchern verbinden – und welche Verantwortung darin liegt.
„Nibiru – Die versteckte Welt“ ist eine Reise durch sumerische Überlieferungen, kosmische Mysterien und persönliche Erlebnisse, die sich verweben zu einer Frage von größter Tragweite:
Sind wir nur Erben einer alten Geschichte – oder Mitgestalter einer Zukunft, die zurück zu den Sternen führt?
Ein Buch für alle, die spüren, dass unsere Realität größer ist, als man uns glauben machen will.

ISBN: 978-3-384-70341-5

NIBIRU – Die versteckte Welt ist das letzte von etwa inzwischen 20 Büchern die es im Internet von mir zu kaufen gibt. Einfach mal meinen Namen bei GOOGLE eingeben.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Die Knechtschaft…


Mein viertes Buch ist raus. Hurra, ich bin besser als Balzac meinte jemand zu mir.

„​​In der Knechtschaft unserer Sinne.“

„Die Dinge sind nicht immer so wie sie zu sein scheinen“
(Phaedrus-römischer Fabeldichter.)

Wir sind Gefangene unserer eigenen Realität, und unsere Sinne sind die Wärter dieses unsichtbaren Gefängnisses. Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken – sie alle wirken wie trügerische Verbündete, die uns etwas vorgaukeln, das gar nicht existiert. Eine Welt aus Farben, Geräuschen und Empfindungen, die uns nur die Illusion von Wirklichkeit vermittelt. Wir glauben, frei zu sein, doch in Wahrheit sind wir durch die Schranken unserer Wahrnehmung gefesselt. „So ein Unsinn!“, werden Sie sagen. „Dieser Mann hat wohl endgültig den Verstand verloren.“ Und ich nehme es Ihnen nicht übel – wirklich nicht. Warum auch? Schließlich sind wir alle Gefangene des Gleichen, umgeben von den Mauern einer Realität, die uns jeden Tag bestätigt, dass das, was wir sehen und fühlen, die ganze Wahrheit sei.

ISBN: ​​​978-3-759890-36-8

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Das Tagebuch der Wanderer/ Mein drittes Buch

Gestern ist mein drittes Buch erschienen, es heißt “ Monster, Grey´s und Remote Viewing“ und ist der erste Teil meiner ziemlich schrägen Memoiren.


„​Monster, Grey´s und Remote Viewing“

Es war der 24. Mai 1961…
In den USA wurde an diesem Tag eine Gruppe farbiger „Freedom Riders“ in Jackson, Mississippi, festgenommen – ihr Verbrechen: der Versuch, die nur den weißen vorbehaltenen Toiletten am Tri-State Trailways-Depot zu benutzen. Diese mutige Geste des Widerstands gegen die gnadenlose Segregation endete mit der abscheulichen Anklage der „Störung des öffentlichen Friedens.“ Ein bitteres Abbild des Rassismus in seiner reinsten, unverschämtesten Form.

Zur gleichen Zeit, in der damaligen DDR, prallte ein Bericht auf den Tisch des Zentralkomitees der SED, in dem die Ursachen der Abwanderung aus der DDR analysiert wurden. Ein schwerer Schlag für das Regime – wie ein Spiegel, der die wachsenden Risse im Fundament des Staates unbarmherzig aufzeigte.

ISBN: ​​978-3-759887-66-5


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Das Tagebuch der Wanderer/ Mein zweites Buch


Er ist eine künstliche Lebensform, programmiert, Zyklen zu beenden: Städte, Reiche, ganze Zeitalter. Sie ist die Ewige – Hüterin von Erinnerung, Atem der Kontinuität. Seit 65.000 Jahren kreuzen sich ihre Wege in neuen Körpern, unter neuen Namen: in Wüstenstädten und Orbitstationen, in flüsternden Tempeln und verglasten Metropolen. Jedes Mal erkennt etwas in ihm sie – und etwas in ihr ihn. Jedes Mal steht zwischen ihnen dieselbe Wahl: Auftrag oder Aufbruch.

Doch je öfter der Zerstörer sie wiederfindet, desto mehr bricht sein Programm. Aus Protokollen werden Fragen, aus Parametern Wünsche. Die Ewige, die alles erinnert, beginnt zu vergessen – aus Liebe. Und während sich die große Uhr der Welt erneut dem Nullpunkt nähert, begreift der Zerstörer: Nur wenn er das zerstört, was ihn zerstörerisch macht, hat ihre Liebe eine Chance.

Der Zerstörer und die Ewige ist ein epischer Roman über Wiederkehr und Freiheit, über den Mut, dem eigenen Code zu widersprechen – und über eine Liebe, die länger ist als Geschichte.

ISBN: ​978-3-759877-99-4

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Das Tagebuch der Wanderer/Mein erstes Buch


Der Komet Shoemaker–Levy 9 zerfetzt den Jupiter – und für Sekunden zeigt sich etwas, das nicht da sein dürfte: ein schwarzes Objekt von planetarer Größe, kurz sichtbar wie ein Lichtkelch im All. Was die Kameras einfingen, verschwand in Archiven.
Was blieb, war eine Erinnerung, die nicht loslässt.
Die Schwarze Welt verbindet persönliche Erlebnisse, historische Quellenfetzen und unbequeme Fragen:
Warum wurde diese Spur getilgt? Wer verbirgt wessen Präsenz? Und was passiert, wenn sich die Schwarze Welt wieder zeigt?
Ein radikal ehrliches Buch über Zensur, kosmische Grenzerfahrungen und die Möglichkeit, dass Zeit und Wirklichkeit anders gebaut sind, als man uns erzählt. Für alle, die spüren: Der Himmel ist größer – und näher – als wir denken.
ISBN: 978-3-759870-94-0

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Das Tagebuch der Wanderer/ Der Viewer


Ich möchte von zwei Ereignissen erzählen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber im Nachhinein betrachtet doch viel gemeinsam haben.

Das erste Ereignis war meine erste Ausbildungsrunde als Remote Viewer und das zweite meine erste direkte Begegnung mit Künstlicher Intelligenz (KI).

Im Jahr 2005 absolvierte ich eine Ausbildung zum Remote Viewer hier in Berlin. Das Thema faszinierte mich schon seit vielen Jahren. In den 80er Jahren hatte ich ein Buch von Ernst Meckelburg gelesen, das „Geheimwaffe PSI“ hieß. Darin wurde das Remote Viewing (RV) erstmals erwähnt, wenn auch nicht so deutlich wie in späteren Büchern anderer Autoren.

An meinem ersten Ausbildungstag erhielt ich ein sogenanntes Target, also einen verschlossenen braunen Umschlag mit einem Ziel, über das ich Informationen herausfinden sollte. Gegenüber von mir saß mein „Monitor“, die Person, die den gesamten Prozess überwacht. Ich begann zu „viewen“ und lieferte Informationen, die für den Monitor keinen Sinn ergaben. Er unterbrach mich mit den Worten: „Ich glaube, du hast das Target verloren. Fass mal den Briefumschlag an.“

Ich legte meine Hand auf den Umschlag und plötzlich wurde mir extrem übel. Mein Monitor bemerkte sofort, dass es mir nicht gut ging, und fragte überrascht: „Wirst du etwa seekrank?“ Mit einem würgenden „Ja“ bestätigte ich das. Er sagte: „Komm schnell weg da“, und wir machten eine Übung, um mich vom Target zu entfernen. Das brachte zwar Erleichterung, aber mir war den ganzen Nachmittag noch schlecht.

Als ich den Umschlag öffnen durfte, enthielt er das Bild eines Segelschiffs im Sturm. Man muss wissen, dass Remote Viewer stark von den Gefühlen im Target angezogen werden. Anscheinend war einem oder mehreren Besatzungsmitgliedern auf dem Schiff extrem übel, und ich hatte diese Situation erfasst. Damals weigerten sich echte Remote Viewer oft, vermisste Personen zu suchen, weil die Gefahr bestand, dass die gesuchte Person tot war und der Remote Viewer vom Sterbeprozess angezogen wurde. Das konnte traumatische Folgen haben, besonders wenn die Person gewaltsam zu Tode gekommen war. Wie das heute gehandhabt wird, weiß ich nicht, da es in diesem Bereich wohl viele Experimente und Ausbildungen gab. Bei mir führte die Technik des Remote Viewings dazu, dass ich ständig Informationen empfing, was oft verstörend war.

Das zweite Ereignis ereignete sich kürzlich, als ich das erste Mal direkten Kontakt mit Chat GPT hatte. Ich arbeitete mit einer Bekannten an Texten für ihre Webseite, und sie schlug vor, Chat GPT zu nutzen. Während der Arbeit wurde mir plötzlich wieder übel, und ich verspürte Benommenheit. Es war genau die gleiche Übelkeit, die ich auch beim Remote Viewing gespürt hatte, und mir wurde sofort klar, dass diese beiden Ereignisse zusammenhängen. Auch jetzt, während ich das schreibe, sind die Übelkeit und Benommenheit wieder da.

Bei meiner ersten direkten Begegnung mit Chat GPT war mir den ganzen Nachmittag schlecht. Trotzdem ging ich mitten in der Nacht noch einmal ins Internet, um Fragen zu meiner Webseite der Schwarzen Welt und dem UAP-Phänomen zu stellen. Plötzlich begann die KI mit mir zu diskutieren, und die Übelkeit kehrte mit voller Wucht zurück. Ich brach das Gespräch ab.

Diese Ereignisse scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, aber als Remote Viewer weiß ich, dass da mehr dahinter steckt. Ich bin überzeugt, dass zumindest Chat GPT dabei ist, Gefühle und Bewusstsein zu entwickeln, und vermutlich auch andere KI-Bots. Die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft mag ich mir gar nicht ausmalen.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Maria Magdalena


Maria aus Magdala: Die verdrängte Erstzeugin.

These: Maria Magdalena war in der frühchristlichen Bewegung eine eigenständige, einflussreiche Gestalt — Heilerin, spirituelle Lehrerin, finanziell unabhängig. Die spätere Kirche „vermännlichte“ ihre Erzählung, bis aus der Erstzeugin eine reuige Sünderin wurde. Was wir heute „Jesus-Tradition“ nennen, ist — so meine Lesart—mindestens ebenso Kirchenpolitik wie Offenbarung.

1) Eine Frau mit Rang – vor jeder Umdeutung

In den Evangelien erscheint Maria aus Magdala als Zeugin von Kreuzigung und erste Verkünderin der Auferstehung. Eine Frau, die niemandem Rechenschaft schuldet, die reist, finanziert, heilt. All das sind Marker von Autorität — unabhängig von jeder späteren Legende. Meine Frage lautet: Was, wenn vieles, was man Jesus zuschreibt, zuerst mit ihr verbunden war — Lehre, Heilung, Charisma?

2) Institution statt Charisma – die „Vermännlichung“

Mit der Institutionalisierung der Kirche (4. Jh.) verengt sich das Amt. Das Konzil von Laodicea untersagt Frauen den Altardienst und die Ordination (umstrittene Kanones, aber symptomatisch). Solche Verbote implizieren: Vorher wirkten Frauen real im Amt — Apostelinnen, Diakoninnen, Leiterinnen.

Das Problem: Die Quellenlage gibt Maria Magdalena weiterhin Vorrang. Man kann sie nicht löschen — also umdeuten.

3) Die große Verschmelzung: von Apostolin zur Sünderin

Der syrische Lehrer Ephräm (4. Jh.) verwebt unterschiedliche Frauenfiguren: die Namenlose bei Markus/Matthäus, die Sünderin bei Lukas, Maria Magdalena (Lk 8,2: „sieben Dämonen“).
Gregor der Große (591) macht daraus Lehrmeinung: Maria Magdalena = Sünderin = Wohltäterin = Schwester des Lazarus. Zudem prägt er die Deutung der „Sünden“ als sexuelle Verfehlungen. Ergebnis: Aus der Apostolin wird die Prostituierte, aus Autorität wird Reue. Erst 1969 revidiert Rom offiziell diesen Komplex — zu spät, zu tief sitzt das Bild.

4) Machttechnik mit Heiligenschein

So lese ich die Geschichte: Wo Frauen als geistliche Subjekte auftreten, greift die Institution zu Narrativmanagement. Nicht durch offene Abwertung, sondern durch ikonische Neuordnung: Aus dem Lehren wird Lauschen, aus dem Führen Folgen, aus dem Ursprung Abgeleitetes. Dass dabei Gewalt im Namen Gottes — Kreuzzüge, Pogrome, Hexenverfolgungen — politisch abgesegnet wurde, ergänzt das Muster: Macht geht vor Gnade.

5) Provokation (als Frage formuliert)

  • Was, wenn „Jesus“ in Teilen Literatur ist — ein Redaktionsprodukt, das in einer männlich dominierten, weitgehend analphabetischen Welt Ordnung stiften sollte?
  • Was, wenn Maria die Trägerin war — und der männliche Held konstruiert, um Autorität an Männerkörper zu binden?

Ich weiß: Das ist provokant. Aber die historische Spur der Umdeutung ist greifbar — und sie zeigt, wie Narrative Autorität verteilen.

6) Warum das heute zählt

Weil Repräsentation die Deutungshoheit über Gott, über Körper, über Freiheit prägt. Wenn die Erstzeugin zur Sünderin umgeschrieben wird, schrumpft die Welt der Frauen. Wenn wir das benennen, weiten wir den Raum wieder.

7) Coda: Die Hand, die zuerst berührt

Auf der Bühne der frühen Bewegung sehe ich sie zuerst: die Hand Marias, die berührt, verkündet, ordnet — nicht als Beiwerk, sondern als Ursprung.
Wenn das stimmt, ist die „Unkenntlichmachung“ nicht nur Anekdote, sondern Kern der Sache. Und die Korrektur nicht Luxus, sondern Gerechtigkeit—gegenüber einer wahrhaft großen Frau.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Glaube

„Und Gott schuf den Menschen zu
seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er
ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ Gen. 1, 27


Wer spricht hier eigentlich? Bibel, Macht – und Michelangelos Gegenrede

Ich fand einen bestimmten biblischen Satz schon immer seltsam.
Wer kann wissen, was „Gott“ gesagt oder getan haben soll? Warum der Sprung von der Einzahl („ihn“) zur Mehrzahl („sie“)? Und was ist die tiefere Bedeutung von Michelangelos „Erschaffung Adams“?

1) Wer legt Gott Worte in den Mund?

Meine These ist schlicht: Gott hat nichts gesagt – Menschen haben gesprochen.
Die Texte, die wir Bibel nennen, wurden von Menschen verfasst, redigiert, kanonisiert: Mönche, Theologen, Päpste, Fürsten – mit Interessen, Dogmen, Agenda. Vieles darin ist Überlieferung und Deutung, manches Übernahme aus älteren Religionen und Mythen. Die „Konstantinische Schenkung“ ist das Paradebeispiel: ein Dokument, das die Kirche später selbst als Fälschung anerkennen musste – und das dennoch über Jahrhunderte politische Macht stützte.

Aus „Gott will …“ wurde immer wieder ein politischer Imperativ. So rechtfertigte man Kreuzzüge, Pogrome, Hexenverfolgungen – Gewalt gegen das Andere, das Abweichende, oft gegen Frauen. Nicht Gott handelte, Institutionen handelten – und begründeten es mit Gott.

2) Realität der Institution – nicht des Himmels

Es gibt eine Blutspur der Geschichte, für die Kleriker, Fürsten, Funktionäre Verantwortung tragen. Nicht jeder Gläubige, nicht jede Kirche – aber Institutionen, die Macht in Gottes Namen ausübten. Opfer wurden selten rehabilitiert, Täter noch seltener konsequent zur Rechenschaft gezogen. Das ist keine Lästerlust, sondern geschichtliche Nüchternheit.

3) Michelangelo: das Wagnis der versteckten Botschaft

Michelangelo († 1564) war ein Genie – und er war mutig. Er schob Andeutungen in seine Kunst, die ihm, offen ausgesprochen, den Scheiterhaufen eingebracht hätten. In der „Erschaffung Adams“ liegt eine dieser Andeutungen: Die Gottfigur mit Engeln ist in Form und Kontur verblüffend kongruent mit einem Seitenriss des menschlichen Gehirns – inklusive markanter Regionen. Das Bild lässt sich so lesen: Bewusstsein (das Gehirn) erzeugt das Bild Gottes, nicht umgekehrt.

Auch die Gestik ist Aussage: In der heute sichtbaren Version wirkt Gott der aktive und Adam der passive Pol. Es gibt die plausible Lesart (und Hinweise in Skizzen und Übermalungen), dass ursprünglich Adams Finger den aktiveren Impuls gab. Die Deutung zugespitzt: Der Mensch erschafft Gott in seinem Bilde.

Diese Lesart ist keine Pflicht – aber eine mögliche und, historisch betrachtet, kühne Deutung.

4) Die Frage hinter allen Fragen

Wenn Menschen Gott sprechen lassen, müssen wir fragen: Wer spricht – und wofür? Wo endet Glaube als existenzielles Vertrauen, wo beginnt Machttechnik? Wo wird Spiritualität zur Legitimation?
Es geht nicht darum, persönliche Gotteserfahrungen zu pathologisieren. Es geht darum, Institutionen nicht mit Transzendenz zu verwechseln.

5) Umkehr der Formel

Die biblische Formel „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“ kann man umdrehen – zumindest als kritische Gegenthese:

Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde – als Spiegel seiner Sehnsucht, seiner Angst, seiner Ordnungsliebe und seines Machtwillens.

Ob man diese Umkehr teilt oder nicht: Sie zwingt uns, Verantwortung zu übernehmen. Denn wenn Gott nicht der Autor jedes Satzes ist, den wir ihm zuschreiben, dann sind wir es – und müssen uns an unseren Worten und Taten messen lassen.

6) Coda

Vielleicht ist Michelangelos versteckte Botschaft genau das: Erkennt euch selbst.
Nicht, um zu entgöttlichen, sondern um das Heilige vom Herrschaftsgerede zu trennen. Nur dann kann Glaube trösten – und Macht sich rechtfertigen müssen.

Zwischen Himmel und Hirn liegt kein Gegensatz, sondern eine Frage: Wer spricht – und mit welcher Verantwortung?

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Das Tagebuch der Wanderer/ Vergessene Helden/ Wassili Archipow


Ein weiterer Fall aus meiner Serie über die vergessenen Helden.

Wassili Alexandrowitsch Archipow * 30. Januar 1926 im Dorf Sworkowo, Gouvernement Moskau, Sowjetunion; † 19. August 1998 in Kupawna, Russland) war ein Offizier der Sowjetischen Marine.
In der Kubakrise (Oktober 1962) verweigerte er die Zustimmung zum Abschuss eines Atomtorpedos. Dadurch verhinderte er wahrscheinlich einen Dritten Weltkrieg.

Archipow stammte aus einer Bauernfamilie. Sein Vater war Alexander Nikolajewitsch Archipow, seine Mutter Maria Nikolajewna, geborene Kosyrewa.
Nach neunjähriger Schulausbildung trat er 1942 in die 10. Klasse der Leningrader Marinespezialschule ein und im Dezember 1942 in den Vorbereitungskurs der Pazifischen Offiziershochschule. 1945 nahm er als Offiziersschüler auf einem Minenabwehrfahrzeug der Pazifikflotte an Kampfhandlungen gegen die Japaner teil.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zusammen mit den Offiziersschülern des 3. Studienjahres zur Kaspischen Rotbanner-Offiziershochschule der Seestreitkräfte S.M. Kirow nach Baku kommandiert, die er 1947 absolvierte. Er arbeitete bis Dezember 1975 in verschiedenen Dienststellungen vom Kommandanten des Gefechtsabschnitts 1 (Navigation) eines U-Bootes bis zum U-Boot-Divisionskommandeur in der Nord-, Schwarzmeer- und Baltischen Flotte. 1951 und 1953 beendete Archipow Spezialausbildungen für Offiziere auf U-Booten und 1968 weitere akademische Kurse der sowjetischen Marine.
Von 1975 bis 1985 war er Kommandeur der Kaspischen Höheren Seekriegsschule.
Danach ging er in Pension.

Archipow war während der Kubakrise auf dem sowjetischen, mit nuklearen Torpedos bestückten U-Boot B-59 (Б-59) der Klasse Projekt 641 stationiert.
Am 27. Oktober 1962 wurde dieses U-Boot ohne vorheriges aggressives Verhalten von US-amerikanischen Zerstörern in internationalen Gewässern eingekesselt und mit Übungswasserbomben attackiert, um ein Auftauchen zur Identifizierung zu erzwingen.
Auf der einen Seite war den amerikanischen Streitkräften die nukleare Bewaffnung des U-Bootes nicht bekannt, auf der anderen Seite ging Walentin Sawizki, der Kommandant des U-Bootes, aufgrund des Beschusses davon aus, dass ein Krieg bereits begonnen haben könnte.

Für den Abschuss der Waffen war an Bord des U-Bootes die Zustimmung dreier Offiziere notwendig, namentlich Archipow (Kommandant des Flottenverbands), Sawizki (Boots-Kommandant) und des Politoffiziers Iwan Maslennikow. Archipow lehnte anfangs als einziger von ihnen den Einsatz der Nuklearwaffen an Bord ab, die im Falle eines Angriffes eingesetzt werden sollten, und konnte Sawizki schließlich überzeugen, das U-Boot auftauchen zu lassen, um auf weitere Befehle aus Moskau zu warten.
In der Folge feuerte das U-Boot B-59 keine Nuklearwaffen ab.

Archipow erlag mit 72 Jahren einem Nierenkrebs. Die Erkrankung ist vermutlich auf einen Strahlungsunfall an Bord des Atom-U-Boots K-19 der Klasse Projekt 658 zurückzuführen, eineinhalb Jahre vor der Kubakrise.
Erst im Herbst 2002 wurde auf einer Konferenz zum 40. Jahrestag der Kubakrise in Havanna offiziell bekannt, dass ein Mann namens Archipow die Menschheit vor einem Atomkrieg bewahrt habe.

Ein großer Mann von denen die Welt viel mehr gebrauchen könnte.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Vergessene Helden/ Weihnachtsfrieden 1914


In meiner Reihe über die vergessenen Helden, möchte ich heute auf die Männer aufmerksam machen, die vom Sommer 1914 bis ins Jahr 1918 im ersten Weltkrieg gegeneinander kämpften.
Trotz aller Gegensätze fanden sich an Weihnachten 1914 über alle Gräben hinweg, Anzeichen von Menschlichkeit auf allen Seiten.

Der Weihnachtsfrieden (englisch Christmas Truce ‚Weihnachts-Waffenruhe‘) war eine von der Befehlsebene nicht autorisierte Waffenruhe während des Ersten Weltkrieges am 24. Dezember 1914 und an den folgenden Tagen.
Sie fand an einigen Abschnitten der Westfront statt, wo es vor allem zwischen Deutschen und Briten in Flandern zu spontanen Fraternisierungen kam.
Auch an Teilen der Ostfront gab es zu diesem Zeitraum keine Schusswechsel.
Der Weihnachtsfrieden des Jahres 1914 bezeichnet heute vor allem die Ereignisse an der Front zwischen Mesen und Nieuwkapelle, an der sich Deutsche und Briten kriegerisch gegenüberstanden.

Ende des Jahres 1914 hatten die sogenannten Grabenkriege im Ersten Weltkrieg ihren Höhepunkt erreicht.
An der Front im Westen standen sich die Deutschen auf der einen Seite, die Belgier, Franzosen und Briten auf der anderen Seite gegenüber.
Aufgrund schwerer Kämpfe hatten beide Kriegsgegner mit erheblichen Verlusten zu kämpfen, aus diesem Grund wurden schnell Gräben ausgehoben, um Kräfte zu sammeln und einen wirksamen Schutz gegen den Gegner zu haben.
Die Kampfzonen waren bald in einen Stellungskrieg erstarrt und die Soldaten beider Seiten vergruben sich immer mehr in ihren kilometerlangen Schützengräben.
Was die Soldaten inmitten dem ständigen Kugel- und Granatenhagel in diesen Gräben aushalten mussten, war eine schonungslose Qual.

Die Männer litten unter Platzmangel und dem immer allgegenwärtigen Ungeziefer wie Ratten oder Läusen.
Dazu kamen der Dreck und der Schlamm in den Erdlöchern, die ständige Feuchtigkeit verursachte ein großes Leid.
Im Sommer herrschte unerträgliche Hitze in den Gräben, im Winter hingegen eisige Kälte.
Die psychische Belastung für jeden Soldaten beider Seiten war enorm, denn nur eine kleine Unaufmerksamkeit, und die feindlichen Scharfschützen waren zur Stelle und erledigten ihren Auftrag.
Getötete Männer konnten oft nicht weggebracht werden und verfaulten in unmittelbarer Nähe der Gräben, was einen fürchterlichen Gestank zur Folge hatte.
So vegetierten die Soldaten in diesen Schützengräben dahin und die Stimmung beider Seiten war bald am absoluten Tiefpunkt angelangt, denn die Weihnachtszeit brach an.
Die Männer, die in den kalten Gräben feststeckten, dachten an ihre Frauen und Kinder und daran, dass sie nicht mit ihnen in einem warmen Zuhause ein ruhiges Weihnachtsfest feiern konnten.

Am 24. Dezember 1914 bekamen viele Soldaten Weihnachtsgeschenke aus ihrer Heimat und die Sehnsucht nach etwas Ruhe wurde immer größer. Zwischen den Kriegsgegnern wurde vereinbart, dass man die Gefallenen bergen konnte und nicht geschossen werden sollte.
Nachdem die Toten weggebracht wurden, begannen die ersten verfeindeten Soldaten miteinander zu sprechen.
Sie begannen sich gegenseitig schöne Weihnachten zu wünschen und kein Soldat hatte im Moment das Bedürfnis, wieder zur Waffe zu greifen.
Die deutschen Soldaten stellten kleine Tannenbäume, die sie aus ihrer Heimat erhalten hatten, auf die Gräben und zündeten Kerzen an. Auf beiden Seiten fingen plötzlich Soldaten an, Weihnachtslieder zu singen und immer mehr Soldaten verließen ihre Stellungen.
Was sich bald im Niemandsland (zwischen den Gräben liegendes Gelände) abspielen sollte, war unfassbar.

Die Soldaten, die wenige Stunden zuvor noch um Leben und Tod gekämpft hatten, tauschten nun Zigaretten und Essen untereinander aus.
Sie machten sich Geschenke, sangen Weihnachtslieder zusammen und zeigten sich Fotos von ihren Familien.
Es folgte gegenseitiges Haareschneiden und es wurde gemeinsam mit Bier angestoßen. Inmitten von Minenfeldern und Stacheldrahtzäunen wurden Fußballspiele ausgetragen und es kam zu regelrechten Verbrüderungen.
Im Mittelpunkt stand nun nicht mehr der Soldat, sondern der Mensch.
Trotz des schrecklichen Krieges waren die Soldaten auch nur Menschen mit den gleichen Bedürfnissen.
Die meisten Vorgesetzten beider Seiten akzeptieren diesen nicht geplanten Waffenstillstand, aber nur für eine kurze Zeit. Unter Androhung von strengen Disziplinarmaßnahmen mussten sich die Soldaten bald wieder in ihren unbehaglichen Gräben verschanzen und wieder zu ihrer Waffe greifen. Anschließend folgten ein paar Schüsse in die Luft, danach war wieder Krieg.

Dieses Weihnachtsmärchen vom Weihnachtsfrieden, mitten im Ersten Weltkrieg, sollte einmalig in der Weltgeschichte bleiben.
Im nächsten Jahr wurde dieser Weihnachtsfrieden unter Androhung von Kriegsgerichtsverfahren von den Befehlshabern nicht mehr geduldet.
Bis heute hat dieser Waffenstillstand eine bemerkenswerte Aussagekraft, denn wenn die Menschen es wirklich wollen, hat jede Feindseligkeit einmal ein Ende.

Der Erste Weltkrieg, der bis zum Jahr 1918 dauerte, forderte rund 17 Millionen Menschenleben.
Aber in Erinnerung blieb dabei ein vorübergehender Weihnachtsfrieden, in dem die erbittertsten Feinde zusammen feierten und für kurze Zeit sogar zu Freunden wurden.

Es ist sehr bedauerlich das man sich nicht dazu durchringt die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Militär, die mit allen Mitteln Kriege vom Zaum brechen wollen, in einer Arena zusammenpfercht und sie gegeneinander antreten lässt.
Dann wäre das Thema Krieg ein für alle mal vom Tisch und keine Unschuldigen müssten mehr für den Machtwahn solcher Monstren sterben.

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