Das Tagebuch der Wanderer/ Glaube

„Und Gott schuf den Menschen zu
seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er
ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ Gen. 1, 27


Wer spricht hier eigentlich? Bibel, Macht – und Michelangelos Gegenrede

Ich fand einen bestimmten biblischen Satz schon immer seltsam.
Wer kann wissen, was „Gott“ gesagt oder getan haben soll? Warum der Sprung von der Einzahl („ihn“) zur Mehrzahl („sie“)? Und was ist die tiefere Bedeutung von Michelangelos „Erschaffung Adams“?

1) Wer legt Gott Worte in den Mund?

Meine These ist schlicht: Gott hat nichts gesagt – Menschen haben gesprochen.
Die Texte, die wir Bibel nennen, wurden von Menschen verfasst, redigiert, kanonisiert: Mönche, Theologen, Päpste, Fürsten – mit Interessen, Dogmen, Agenda. Vieles darin ist Überlieferung und Deutung, manches Übernahme aus älteren Religionen und Mythen. Die „Konstantinische Schenkung“ ist das Paradebeispiel: ein Dokument, das die Kirche später selbst als Fälschung anerkennen musste – und das dennoch über Jahrhunderte politische Macht stützte.

Aus „Gott will …“ wurde immer wieder ein politischer Imperativ. So rechtfertigte man Kreuzzüge, Pogrome, Hexenverfolgungen – Gewalt gegen das Andere, das Abweichende, oft gegen Frauen. Nicht Gott handelte, Institutionen handelten – und begründeten es mit Gott.

2) Realität der Institution – nicht des Himmels

Es gibt eine Blutspur der Geschichte, für die Kleriker, Fürsten, Funktionäre Verantwortung tragen. Nicht jeder Gläubige, nicht jede Kirche – aber Institutionen, die Macht in Gottes Namen ausübten. Opfer wurden selten rehabilitiert, Täter noch seltener konsequent zur Rechenschaft gezogen. Das ist keine Lästerlust, sondern geschichtliche Nüchternheit.

3) Michelangelo: das Wagnis der versteckten Botschaft

Michelangelo († 1564) war ein Genie – und er war mutig. Er schob Andeutungen in seine Kunst, die ihm, offen ausgesprochen, den Scheiterhaufen eingebracht hätten. In der „Erschaffung Adams“ liegt eine dieser Andeutungen: Die Gottfigur mit Engeln ist in Form und Kontur verblüffend kongruent mit einem Seitenriss des menschlichen Gehirns – inklusive markanter Regionen. Das Bild lässt sich so lesen: Bewusstsein (das Gehirn) erzeugt das Bild Gottes, nicht umgekehrt.

Auch die Gestik ist Aussage: In der heute sichtbaren Version wirkt Gott der aktive und Adam der passive Pol. Es gibt die plausible Lesart (und Hinweise in Skizzen und Übermalungen), dass ursprünglich Adams Finger den aktiveren Impuls gab. Die Deutung zugespitzt: Der Mensch erschafft Gott in seinem Bilde.

Diese Lesart ist keine Pflicht – aber eine mögliche und, historisch betrachtet, kühne Deutung.

4) Die Frage hinter allen Fragen

Wenn Menschen Gott sprechen lassen, müssen wir fragen: Wer spricht – und wofür? Wo endet Glaube als existenzielles Vertrauen, wo beginnt Machttechnik? Wo wird Spiritualität zur Legitimation?
Es geht nicht darum, persönliche Gotteserfahrungen zu pathologisieren. Es geht darum, Institutionen nicht mit Transzendenz zu verwechseln.

5) Umkehr der Formel

Die biblische Formel „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“ kann man umdrehen – zumindest als kritische Gegenthese:

Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde – als Spiegel seiner Sehnsucht, seiner Angst, seiner Ordnungsliebe und seines Machtwillens.

Ob man diese Umkehr teilt oder nicht: Sie zwingt uns, Verantwortung zu übernehmen. Denn wenn Gott nicht der Autor jedes Satzes ist, den wir ihm zuschreiben, dann sind wir es – und müssen uns an unseren Worten und Taten messen lassen.

6) Coda

Vielleicht ist Michelangelos versteckte Botschaft genau das: Erkennt euch selbst.
Nicht, um zu entgöttlichen, sondern um das Heilige vom Herrschaftsgerede zu trennen. Nur dann kann Glaube trösten – und Macht sich rechtfertigen müssen.

Zwischen Himmel und Hirn liegt kein Gegensatz, sondern eine Frage: Wer spricht – und mit welcher Verantwortung?

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Das Tagebuch der Wanderer/ Neues aus der Quantenwelt


Im Feld

Seit dem Tod meiner Partnerin taste ich mich an eine Frage heran, die man nicht mit Zahlen erschlägt: Gibt es jenseits des Todes etwas Greifbares?
Je länger ich forsche — erlebend, nicht im Labor — desto deutlicher wird mir: Das Hier und Jetzt ist nur ein Anhängsel am holotalen Feld.

Ich spüre dieses Feld täglich. Manchmal sehe ich, wie scheinbar feste Körper an den Rändern ausdünnen, als würde die Oberfläche kurz den Atem anhalten. Es erschreckt mich — und fasziniert mich zugleich. Also habe ich begonnen, mit dem Feld zu experimentieren. Nicht als Guru, sondern als Lernender. Es klappt oft, manchmal gar nicht. Rückschläge inklusive.

Ein Beispiel: Ein kleiner Dackel mit Organsorgen und Bandscheibenproblemen. Nach einer von mir so genannten „Quantenwelle“ wurde aus dem geduckten Tier ein Springinsfeld — mit Machoallüren, der auch größeren Hunden die Stirn bietet.
In anderen Fällen konnte ich Beschwerden lindern — oder Menschen mit ruhiger Sicherheit sagen: Hab keine Angst vor der bevorstehenden Krebsbehandlung; es wird gut gehen. (Ich ersetze damit keine Medizin. Ich spreche von Haltung, von Resonanz, von einem Feld, das mitarbeitet.)

Doch all das sind Nebenbühnen. Mein eigentliches Ziel ist präziser: der gezielte Eingriff ins holotale System — und die Kommunikation mit demjenigen, der diese holografische Simulation erschaffen hat.

Vielleicht ist das anmaßend. Vielleicht ist es genau das, wofür Bewusstsein da ist: nicht nur Zeuge zu sein, sondern Gesprächspartner. Bis dahin übe ich. Ich höre, ich stimme, ich korrigiere. Und immer öfter antwortet das Feld — leise, aber unmissverständlich.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Vergessene Helden/ Wassili Archipow


Ein weiterer Fall aus meiner Serie über die vergessenen Helden.

Wassili Alexandrowitsch Archipow * 30. Januar 1926 im Dorf Sworkowo, Gouvernement Moskau, Sowjetunion; † 19. August 1998 in Kupawna, Russland) war ein Offizier der Sowjetischen Marine.
In der Kubakrise (Oktober 1962) verweigerte er die Zustimmung zum Abschuss eines Atomtorpedos. Dadurch verhinderte er wahrscheinlich einen Dritten Weltkrieg.

Archipow stammte aus einer Bauernfamilie. Sein Vater war Alexander Nikolajewitsch Archipow, seine Mutter Maria Nikolajewna, geborene Kosyrewa.
Nach neunjähriger Schulausbildung trat er 1942 in die 10. Klasse der Leningrader Marinespezialschule ein und im Dezember 1942 in den Vorbereitungskurs der Pazifischen Offiziershochschule. 1945 nahm er als Offiziersschüler auf einem Minenabwehrfahrzeug der Pazifikflotte an Kampfhandlungen gegen die Japaner teil.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zusammen mit den Offiziersschülern des 3. Studienjahres zur Kaspischen Rotbanner-Offiziershochschule der Seestreitkräfte S.M. Kirow nach Baku kommandiert, die er 1947 absolvierte. Er arbeitete bis Dezember 1975 in verschiedenen Dienststellungen vom Kommandanten des Gefechtsabschnitts 1 (Navigation) eines U-Bootes bis zum U-Boot-Divisionskommandeur in der Nord-, Schwarzmeer- und Baltischen Flotte. 1951 und 1953 beendete Archipow Spezialausbildungen für Offiziere auf U-Booten und 1968 weitere akademische Kurse der sowjetischen Marine.
Von 1975 bis 1985 war er Kommandeur der Kaspischen Höheren Seekriegsschule.
Danach ging er in Pension.

Archipow war während der Kubakrise auf dem sowjetischen, mit nuklearen Torpedos bestückten U-Boot B-59 (Б-59) der Klasse Projekt 641 stationiert.
Am 27. Oktober 1962 wurde dieses U-Boot ohne vorheriges aggressives Verhalten von US-amerikanischen Zerstörern in internationalen Gewässern eingekesselt und mit Übungswasserbomben attackiert, um ein Auftauchen zur Identifizierung zu erzwingen.
Auf der einen Seite war den amerikanischen Streitkräften die nukleare Bewaffnung des U-Bootes nicht bekannt, auf der anderen Seite ging Walentin Sawizki, der Kommandant des U-Bootes, aufgrund des Beschusses davon aus, dass ein Krieg bereits begonnen haben könnte.

Für den Abschuss der Waffen war an Bord des U-Bootes die Zustimmung dreier Offiziere notwendig, namentlich Archipow (Kommandant des Flottenverbands), Sawizki (Boots-Kommandant) und des Politoffiziers Iwan Maslennikow. Archipow lehnte anfangs als einziger von ihnen den Einsatz der Nuklearwaffen an Bord ab, die im Falle eines Angriffes eingesetzt werden sollten, und konnte Sawizki schließlich überzeugen, das U-Boot auftauchen zu lassen, um auf weitere Befehle aus Moskau zu warten.
In der Folge feuerte das U-Boot B-59 keine Nuklearwaffen ab.

Archipow erlag mit 72 Jahren einem Nierenkrebs. Die Erkrankung ist vermutlich auf einen Strahlungsunfall an Bord des Atom-U-Boots K-19 der Klasse Projekt 658 zurückzuführen, eineinhalb Jahre vor der Kubakrise.
Erst im Herbst 2002 wurde auf einer Konferenz zum 40. Jahrestag der Kubakrise in Havanna offiziell bekannt, dass ein Mann namens Archipow die Menschheit vor einem Atomkrieg bewahrt habe.

Ein großer Mann von denen die Welt viel mehr gebrauchen könnte.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Vergessene Helden/ Weihnachtsfrieden 1914


In meiner Reihe über die vergessenen Helden, möchte ich heute auf die Männer aufmerksam machen, die vom Sommer 1914 bis ins Jahr 1918 im ersten Weltkrieg gegeneinander kämpften.
Trotz aller Gegensätze fanden sich an Weihnachten 1914 über alle Gräben hinweg, Anzeichen von Menschlichkeit auf allen Seiten.

Der Weihnachtsfrieden (englisch Christmas Truce ‚Weihnachts-Waffenruhe‘) war eine von der Befehlsebene nicht autorisierte Waffenruhe während des Ersten Weltkrieges am 24. Dezember 1914 und an den folgenden Tagen.
Sie fand an einigen Abschnitten der Westfront statt, wo es vor allem zwischen Deutschen und Briten in Flandern zu spontanen Fraternisierungen kam.
Auch an Teilen der Ostfront gab es zu diesem Zeitraum keine Schusswechsel.
Der Weihnachtsfrieden des Jahres 1914 bezeichnet heute vor allem die Ereignisse an der Front zwischen Mesen und Nieuwkapelle, an der sich Deutsche und Briten kriegerisch gegenüberstanden.

Ende des Jahres 1914 hatten die sogenannten Grabenkriege im Ersten Weltkrieg ihren Höhepunkt erreicht.
An der Front im Westen standen sich die Deutschen auf der einen Seite, die Belgier, Franzosen und Briten auf der anderen Seite gegenüber.
Aufgrund schwerer Kämpfe hatten beide Kriegsgegner mit erheblichen Verlusten zu kämpfen, aus diesem Grund wurden schnell Gräben ausgehoben, um Kräfte zu sammeln und einen wirksamen Schutz gegen den Gegner zu haben.
Die Kampfzonen waren bald in einen Stellungskrieg erstarrt und die Soldaten beider Seiten vergruben sich immer mehr in ihren kilometerlangen Schützengräben.
Was die Soldaten inmitten dem ständigen Kugel- und Granatenhagel in diesen Gräben aushalten mussten, war eine schonungslose Qual.

Die Männer litten unter Platzmangel und dem immer allgegenwärtigen Ungeziefer wie Ratten oder Läusen.
Dazu kamen der Dreck und der Schlamm in den Erdlöchern, die ständige Feuchtigkeit verursachte ein großes Leid.
Im Sommer herrschte unerträgliche Hitze in den Gräben, im Winter hingegen eisige Kälte.
Die psychische Belastung für jeden Soldaten beider Seiten war enorm, denn nur eine kleine Unaufmerksamkeit, und die feindlichen Scharfschützen waren zur Stelle und erledigten ihren Auftrag.
Getötete Männer konnten oft nicht weggebracht werden und verfaulten in unmittelbarer Nähe der Gräben, was einen fürchterlichen Gestank zur Folge hatte.
So vegetierten die Soldaten in diesen Schützengräben dahin und die Stimmung beider Seiten war bald am absoluten Tiefpunkt angelangt, denn die Weihnachtszeit brach an.
Die Männer, die in den kalten Gräben feststeckten, dachten an ihre Frauen und Kinder und daran, dass sie nicht mit ihnen in einem warmen Zuhause ein ruhiges Weihnachtsfest feiern konnten.

Am 24. Dezember 1914 bekamen viele Soldaten Weihnachtsgeschenke aus ihrer Heimat und die Sehnsucht nach etwas Ruhe wurde immer größer. Zwischen den Kriegsgegnern wurde vereinbart, dass man die Gefallenen bergen konnte und nicht geschossen werden sollte.
Nachdem die Toten weggebracht wurden, begannen die ersten verfeindeten Soldaten miteinander zu sprechen.
Sie begannen sich gegenseitig schöne Weihnachten zu wünschen und kein Soldat hatte im Moment das Bedürfnis, wieder zur Waffe zu greifen.
Die deutschen Soldaten stellten kleine Tannenbäume, die sie aus ihrer Heimat erhalten hatten, auf die Gräben und zündeten Kerzen an. Auf beiden Seiten fingen plötzlich Soldaten an, Weihnachtslieder zu singen und immer mehr Soldaten verließen ihre Stellungen.
Was sich bald im Niemandsland (zwischen den Gräben liegendes Gelände) abspielen sollte, war unfassbar.

Die Soldaten, die wenige Stunden zuvor noch um Leben und Tod gekämpft hatten, tauschten nun Zigaretten und Essen untereinander aus.
Sie machten sich Geschenke, sangen Weihnachtslieder zusammen und zeigten sich Fotos von ihren Familien.
Es folgte gegenseitiges Haareschneiden und es wurde gemeinsam mit Bier angestoßen. Inmitten von Minenfeldern und Stacheldrahtzäunen wurden Fußballspiele ausgetragen und es kam zu regelrechten Verbrüderungen.
Im Mittelpunkt stand nun nicht mehr der Soldat, sondern der Mensch.
Trotz des schrecklichen Krieges waren die Soldaten auch nur Menschen mit den gleichen Bedürfnissen.
Die meisten Vorgesetzten beider Seiten akzeptieren diesen nicht geplanten Waffenstillstand, aber nur für eine kurze Zeit. Unter Androhung von strengen Disziplinarmaßnahmen mussten sich die Soldaten bald wieder in ihren unbehaglichen Gräben verschanzen und wieder zu ihrer Waffe greifen. Anschließend folgten ein paar Schüsse in die Luft, danach war wieder Krieg.

Dieses Weihnachtsmärchen vom Weihnachtsfrieden, mitten im Ersten Weltkrieg, sollte einmalig in der Weltgeschichte bleiben.
Im nächsten Jahr wurde dieser Weihnachtsfrieden unter Androhung von Kriegsgerichtsverfahren von den Befehlshabern nicht mehr geduldet.
Bis heute hat dieser Waffenstillstand eine bemerkenswerte Aussagekraft, denn wenn die Menschen es wirklich wollen, hat jede Feindseligkeit einmal ein Ende.

Der Erste Weltkrieg, der bis zum Jahr 1918 dauerte, forderte rund 17 Millionen Menschenleben.
Aber in Erinnerung blieb dabei ein vorübergehender Weihnachtsfrieden, in dem die erbittertsten Feinde zusammen feierten und für kurze Zeit sogar zu Freunden wurden.

Es ist sehr bedauerlich das man sich nicht dazu durchringt die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Militär, die mit allen Mitteln Kriege vom Zaum brechen wollen, in einer Arena zusammenpfercht und sie gegeneinander antreten lässt.
Dann wäre das Thema Krieg ein für alle mal vom Tisch und keine Unschuldigen müssten mehr für den Machtwahn solcher Monstren sterben.

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Das Tagebuch der Wanderer/ eine Ewigkeit

Es ist jetzt zweieinhalb Jahre her, seitdem mein Mädchen diese Welt verlassen hat und man sollte denken, das der Schmerz mal nachlässt, aber nein, er bleibt.
Manche Tage sind nur schwer zu ertragen, weil die Erinnerung an sie immer noch sehr lebendig ist.
Ich ertappe mich immer wieder dabei, das ich nach einem schönen Tag zum Handy greife um sie anzurufen und ihr vom Tag zu berichten, und es ist dann schwer das Telefon wieder wegzustecken, weil mir  bewusst wird, das am anderen Ende niemand mehr ist.

Ich war schon immer jemand der für manche Dinge länger braucht, aber selbst jetzt als ich das hier schreibe, schnürt es mir die Kehle zu und ich bekomme nur schwer Luft.
Sie fehlt mir wahnsinnig jeden verdammten Tag.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Götter fallen


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Das Tagebuch der Wanderer/Es ist wieder da

Es ist der 10. März 2012 und das getarnte, dunkle und gewaltige Objekt das in der Umlaufbahn um den Planeten Jupiter, welches während des Shoemaker Levy 9 Vorfalls vorhanden war, ist wieder da.
Diesmal wird es von einem Sonnenobservatorium das ständig die Sonne im Blick hat, über einen Zeitraum von mehreren Tagen beobachtet und gefilmt.

Die „Erklärungen“ die ich im Laufe der Zeit für dieses Vorkommnis gefunden habe, vor allen Dingen von „Spezialisten“ und „Fachleuten“ sind eine nach der anderen haarsträubend und gehen immer von einem „natürlichen“ Phänomen aus.
Wenn man es sich jedoch genau anguckt, sieht man deutlich, das dieses getarnte Objekt sich am Ende von der Sonne wieder losreißt und verschwindet.
Das Zusammenfallen des Strudels bewirkt auf der Sonnenoberfläche eine gewaltige Schockwelle die über die Oberfläche rast.
Es ist für mich ohne JEDEN Zweifel dasselbe Objekt das auch im SL9 Zwischenfall vorhanden war.

Selbst wenn man großzügig ist und ein mögliches „Natürliches“ Vorkommnis in Betracht zieht, gibt es eine Frage die Existentiell für dieses Vorkommnis ist.
Warum wurden die entsprechenden Bereiche des Zeitabschnitts in dem das passiert ist, nachträglich GEREINIGT und manipuliert.
Das heißt wenn man sich das Ganze heute ansieht, ist nichts mehr vorhanden bis auf äußerst merkwürdige Protuberanzen die so dermaßen nach NACHBEARBEITUNGEN mit Photoshop aussehen.

Allerdings muss ich auch eine Lanze für die dafür Verantwortlichen brechen und warum sie das gemacht haben.
Wenn ich mir anschaue wie paranoid und schizophren die Leute heute sind, dann ist es vielleicht ganz gut das so etwas wie die UFOTANKE dermaßen zensiert wird.

Und hier kommt die Fassung wenn man die Bilder neu berechnet.

Deutlich ist gegen Ende des Films auch das „Abreißen“ der Protuberanz und die „Schockwelle“ zu sehen.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Shoemaker Levy 9


Der Kelch aus Licht

Prolog

Vor fast dreißig Jahren geschah etwas, das — hätte man es nicht auf brutalste Weise wegmoderiert — unser Weltbild zerschüttelt hätte. Wirtschaft, Religion, Militär—alles hätte zu wanken begonnen. Denn die simple Wahrheit wäre stehen geblieben: Wir sind nicht allein.

Die Bühne: Shoemaker–Levy 9

Der Komet Shoemaker–Levy 9 sollte in den Jupiter krachen. Ein kosmisches Schaulaufen, live für die Welt. Der Kern zerfiel in leuchtende Fragmente, aufgereiht wie Perlen; Woche um Woche stürzten sie in die Gashülle. Nach den ersten Einschlägen setzte Routine ein. Ich blieb dennoch am Bildschirm.

Fragment Q – und das Ungeheuerliche

Dann kam Fragment Q — bzw. Q1 und Q2. Kurz nach dem Einschlag trat ein Journalist vor die Kamera und zeigte ein Bild, das mich festnagelte: Jupiter im Hintergrund; davor ein Kelch aus Licht, als hätte jemand eine Orangenschale halb abgeschält. Der Kelch legte sich um ein unsichtbares, rundes Objekt von gigantischer Größe. Ein greller Blitz schien das Verborgene kurz sichtbar gemacht zu haben — eine Verbindung zwischen Jupiter und dem Ding im Dunkel.

Ich starrte darauf wie hypnotisiert. Dann sagte der Journalist diesen Satz, der erst an mir vorbeirauschte und mich Sekunden später wie ein Hammer traf:

„Wenn Menschen direkt vor Ort gewesen wären, hätten sie um die Ecke schauen können.“

Dieser eine Satz erklärte alles: Das runde Objekt war von einem Tarnfeld umspannt, das Licht krümmte — deshalb unsichtbar für Auge und Instrument. Nur der Energiestoß des Einschlags riss das Tarngewebe für einen Moment auf. Die Implikation war unerbittlich: nicht natürlichen Ursprungs.

Das Dementi

Tags darauf sah ich zufällig die ZIB im österreichischen Fernsehen. Der Moderator hatte den damaligen Leiter der Südsternwarte der ESA, Richard West, zugeschaltet — und stellte exakt die richtige Frage:
Was bedeutet der Satz „man hätte um die Ecke schauen können“?

Man sah West stocken. Suchende Augen, Worte, die nicht landen wollten. Schließlich:

„Dieser Satz beruht auf einem Missverständnis.“

Es war, mit Verlaub, eine dreiste Lüge — und man sah ihm an, dass er es wusste.

Nachhall

Man hätte die Geschichte an dieser Stelle begraben können. Hat man auch — vorerst. Das Problem: Fast zwanzig Jahre später tauchte ein sehr ähnliches Phänomen wieder auf — auf ganz andere Art, an ganz anderem Ort.

Und seit jenem Bild — Jupiter, der Lichtkelch, das schwarze Rund — weiß ich: Manche Wahrheiten lassen sich vertagen, aber nicht auf Dauer verbergen.

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Das Tagebuch der Wanderer/ Vergessene Helden


Dies ist mein erster Beitrag über Menschen die ich ganz besonders bewundere weil sie im Moment größter Gefahr die richtigen Entscheidungen trafen.
Aufgrund dieser Entscheidungen konnten viele Menschenleben gerettet werden und wir ALLLE sind diesen Menschen zu größtem Dank verpflichtet.
Aber gleichzeitig hatten die Entscheidungen die diese Menschen trafen, sehr NEGATIVE Auswirkungen für sie.
Aufgrund der heutigen, völlig chaotischen Lage in der Welt, will ich darauf hinweisen das es auch anders geht.
Ich will heute mit einem ganz besonderen Menschen anfangen, der dafür gesorgt hat das Sie diesen Beitrag heute lesen können.
Sein Name war Stanislaw Petrow.

Im September 1983, meldete die sowjetische Frühwarnzentrale, den Anflug amerikanischer Atomraketen.
Es bleiben nur Minuten, um den Gegenschlag mit den eigenen Raketen zu starten.
Das Schicksal der Welt hängt von der Entscheidung eines einzigen Mannes ab, Stanislaw Petrow.
Der psychische Druck einer solchen Entscheidung muss unvorstellbar hoch gewesen sein.
Er entschied sich gegen den Start, weil er trotz des Durcheinanders einen unglaublich kühlen Kopf bewahrte und sich sagte, das der Feind nicht mit einem Bruchteil seiner Atomraketen einen Krieg anfangen würde.
Der Wahnsinn des kalten Kriegs in Hochform.
Die Sowjets hatten seit Mitte der siebziger Jahre mehr als 400 Raketen des Typs SS-20 “Saber” in Dienst gestellt, Spitzname: “Schrecken Europas”.
Zwei Drittel der modernen Raketen waren auf Westeuropa ausgerichtet, auf Ziele wie London, Paris, Bonn. Jede Rakete verfügte über eine Sprengkraft von bis zu einer Megatonne, 50-mal mehr als die 1945 über dem japanischen Nagasaki abgeworfene Atombombe “Fat Man”.
Im Frühjahr 1983 berechneten Ärzte aus Ulm die Folgen eines Angriffs mit einer sowjetischen SS-20 auf ihre Stadt.
Ihr Ergebnis: Im Bruchteil einer Sekunde würde über Ulm ein Feuerball von mehreren Hundert Metern Durchmesser entstehen.
Die Innenstadt würde ausradiert, an der Stelle des gotischen Münsters ein Krater klaffen.
Selbst im Umkreis von vier Kilometern Entfernung um die City würden Gebäude wie Kartenhäuser zusammenfallen.

Die Bilanz einer einzigen Bombe: 123.000 Tote, 80.000 Schwerverletzte.

Moskau rechnete jederzeit mit einem Atomangriff
Der Westen bescherte uns die Aufrüstung mit den Pershing-II Raketen.
Die Stimmung war aufgeheizt, Moskau rechnete jederzeit mit einem Überraschungsangriff der USA, Sowjets waren überzeugt, Amerika plane den Erstschlag.
Wo Oberst Petrow arbeitete – davon hatte seine Familie keine Ahnung.
Frau Raissa und die beiden Kinder stellten nie Fragen. Am 25. September 1983 verabschiedeten sie Petrow, um 20 Uhr begann seine Schicht in Serpuchow-15.
Der Ort, rund 90 Kilometer südlich von Moskau, war auf keiner frei erhältlichen Landkarte verzeichnet, eine geschlossene Stadt, errichtet um einen Stützpunkt der Streitkräfte der Luftverteidigung.
Hier befand sich die Zentrale des satellitengestützen Raketenwarnsystems “Oko”, hier diente Oberst Petrow.

Der Feind soll früher sterben – das ist die Logik des Kalten Krieges

Obschon vom Rang Offizier, war Petrow selbst Zivilist, ein studierter Ingenieur.
“Die Welt kann froh sein, dass ich in dieser Nacht das Kommando geführt habe – und kein dumpfer Militär”, sagt Petrow heute.
Vielleicht hätte ein Militär anders entschieden, streng nach Vorschrift, vermutlich falsch. Petrow dagegen vertraute seinem Gefühl.
Der Nutzen der damaligen Frühwarnsysteme war damals sehr begrenzt.
Dessen Satelliten können einen bevorstehenden Nuklearschlag zwar rund zehn Minuten früher melden als die klassische Radarüberwachung, doch ihn verhindern können sie nicht
Immerhin konnte man den vernichtenden Gegenschlag früher starten, als wenn man sich nur auf Radarüberwachung stützt,
Dutzende Millionen Menschen auf der Seite des Feindes stürben dann wenige Minuten früher. In der Logik des Kalten Krieges ist das ein Fortschritt.
Nachdem die Amerikaner als erste ein eigenes Frühwarnsystem in Betrieb genommen hatten, arbeiteten die Sowjets fieberhaft daran, den Rückstand wettzumachen.
Ab 1972 wuchsen in Serpuchow-15 die Antennen von “Oko” in die Höhe, Petrow war von Anfang an dabei.
Die Computerprogramme stammten von ihm, und auch das Handbuch zur Bedienung des neuen Systems.
Für Petrow war es der Job, den er sich stets erträumt hatte. “Ich war so glücklich, als ich erfuhr, dass ich mit dem Kosmos zu tun haben würde.”

Sirenen künden vom Beginn der Apokalypse

Doch an jenem 26. September verwandelte sich der Traum in einen Alptraum.
Kurz vor Mitternacht jaulten die Sirenen, auf dem 30 Meter messenden Bildschirm vor Petrow leuchteten rote Buchstaben auf: START.
Das System hatte den Abschuss einer Atomrakete von einer US-Basis registriert. Spionagesatellit Kosmos 1382, seit einem Jahr im All, meldete den Beginn der Apokalypse. 25 Minuten blieben bis zum Einschlag, irgendwo in Russland.
Im Kontrollzentrum Serpuchow-15 richteten sich die Augenpaare von 200 Mitarbeitern auf Oberst Petrow.
Dass ein Atomschlag stattfinden würde, schien damals nicht nur möglich, sondern sogar höchst wahrscheinlich.
Russische Spione hatten kurz zuvor von einem geplanten Großmanöver der Nato erfahren. “Able Archer 83” sollte Ende November starten – und einen Atomkrieg simulieren.

Falscher Alarm oder totale Vernichtung?

Petrow jedoch bewahrte Ruhe. Er erhob sich von seinem Pult. Jeder seiner Untergebenen sollte ihn sehen.
Er konnte jetzt keine Panik gebrauchen, er brüllte: “Hinsetzen! Weiterarbeiten!”
Petrow dachte in diesem Moment weder an die Millionen möglicher Opfer eines Nuklearkonflikts noch an seine Familie, er dachte an Teelöffel: Niemand löffelt einen Wassereimer langsam mit einem Teelöffel aus, sagte er sich leise, niemals würden die USA einzelne Raketen auf die UdSSR feuern.
Ein nuklearer Angriff würde mit der Vernichtungskraft von Hunderten Raketen gleichzeitig erfolgen, so hatte er es gelernt. “Nur: Sicher war ich mir in dem Moment natürlich nicht”, erinnert sich Petrow.
Dann rief er seinen Vorgesetzten an. “Es ist ein falscher Alarm”, rapportierte Petrow.
Die Leitung knisterte. “Verstanden.” Als Petrow auflegte, jaulten die Sirenen erneut: Kosmos 1382 meldete den zweiten Raketenstart und wenig später den Anflug drei weiterer Raketen.
Die Systeme in Serpuchow-15 liefen einwandfrei, sie melden keine Fehler. Petrow misstraute den Riesenrechnern, die in 16 Schränken leise schnurrten, dennoch: “Wir sind klüger als die Computer.
Wir haben sie geschaffen.”

750 Millionen Tote, 340 Millionen Verletzte – die Bilanz eines Atomkriegs

Niemals war die Welt der atomaren Vernichtung näher als in dieser Nacht, sagt Bruce Blair, US-Abrüstungsexperte und heute Chef des World Security Institute. “Die oberste sowjetische Führung hätte, wenn sie über einen Angriff informiert worden wäre und da sie binnen Minuten einen Entschluss fällen musste, die Entscheidung für einen Vergeltungsangriff getroffen.” Andropow, der damals bereits vom Krankenbett aus regierte, hätte wohl den “roten Knopf” gedrückt – und damit einen tatsächlichen Nuklearschlag der Amerikaner provoziert.
Der SPIEGEL berichtete 1983, was ein Atomkrieg für die Welt bedeuten würde: Rund 5000 Sprengköpfe würden über dichtbesiedelten Gebieten in Nordamerika, Europa und Asien niederregnen, 1124 Städte, praktisch alle Zentren mit mehr als 100.000 Einwohnern, würden ausgelöscht.
Der Cambridge-Mediziner Hugh Middleton rechnete weltweit mit 750 Millionen Toten und 340 Millionen Verwundeten.
Doch dank Stanislaw Petrow kam es nicht dazu.
Nach wenigen Minuten bestätigen die Radarsysteme seine Einschätzung. Es war ein Fehlalarm.
Vermutlich täuschte ein von einer seltenen Wolkenformation reflektierter Sonnenstrahl das sowjetische Warnsystem, Satellit Kosmos 1382 deutete den Lichtblitz als Start einer Rakete.

Tadel von der eigenen Führung, Ehrung vom Klassenfeind

Oberst Petrow hat seiner Frau Raissa nie erzählt von jener Nacht und den fünf Raketenphantomen, der Vorfall unterlag der Geheimhaltung.
Erst 1998 enthüllte ihn Generaloberst Juri Wotinzew, damals Petrows Vorgesetzter, in einem Interview. Raissa aber starb schon 1997 an Krebs.”

Bereits 1984 freiwillig aus dem Militärdienst ausgeschieden, arbeitet der Russe bis zu seiner Rente bei einem Forschungsinstitut und verbringt seine letzten Lebensjahre nach dem Tod seiner Frau bescheiden und zurückgezogen. Nur durch Zufall erfährt die Welt ein halbes Jahr nach seinem Ableben im Mai dieses Jahres vom Tod des Mannes.

Auch wenn Stanislaw Petrow selbst nie ein Held sein wollte: Er wird für immer als der Mann in Erinnerung bleiben, der die Welt und Millionen von Menschen vor einem nuklearen Inferno bewahrt hat.

„Die beste Art einen Feind zu zerstören, ist ihn sich zum Freund zu machen!“ (Stanislaw Petrow)

Hier ist der Link zur großartigen Dokumentation über Stanislaw Petrow.
https://www.arte.tv/de/videos/039911-000-A/der-mann-der-die-welt-rettete/

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Das Tagebuch der Wanderer/ Per Defintition2


Zur Ehrenrettung der „Verschwörungstheoretiker“

Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ ist zum Schimpfwort verkommen — Synonym für Spinner, Weltfremde, Durchgeknallte. Ich halte das für falsch. Ohne Menschen, die unter der Oberfläche wühlen, würde viel von dem Sumpf aus Macht, Geld und Interessen gar nicht erst hochkommen.

Ja, gerade Politik und Medien schießen am schnellsten gegen Zweifelnde. Das wirkt bisweilen wie hektisches Bellen — und ist doch verständlich: Narrative sichern Einfluss. Aber Lüge und Halbwahrheit sind kein Randphänomen, sie sind Systemrisiko. Schon Machiavelli empfahl, es mit der Wahrheit nicht allzu genau zu nehmen, wenn der Machterhalt es verlangt. Spätere Beispiele — von „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ bis zu „Ich hatte keinen Sex …“ — zeigen, wie elastisch Wahrheit in Amt und Würden sein kann.

Was ich unter „Verschwörung“ verstehe

Eine Verschwörung ist die geheime Zusammenarbeit zum Nachteil Dritter. Historisch finden wir sie eher oben (Politik, Wirtschaft, Militär) als unten. Wer danach fragt, ist nicht automatisch gefährlich — sondern oft nur unbequem.

Der Mechanismus: Lüge, Glaube, Sanktion

„Die Lüge braucht den, der ihr glaubt.“

So einfach — und so hart. Wer glaubt, stützt das Konstrukt. Wer zweifelt, wird sanktioniert: lächerlich gemacht, ausgegrenzt, gleichgesetzt mit Verbrechern. Oft sind es aber gerade die Hartnäckigen, die Jahre später als Anstoß für Aufklärung sichtbar werden.

Beispiele (Auswahl)

  • Politische Täuschungen und Skandale (Watergate, Parteispenden, Abgasaffäre).
  • Kriegsbegründungen mit fragwürdigen Behauptungen (Stichworte von Tonkin bis Massenvernichtungswaffen).
  • Mediale Frames und Inszenierungen, die später korrigiert werden.
  • Kartelle und Verbrauchertricks im Kleinen (Schrumpfpackungen, Preisabsprachen).

Es geht mir nicht darum, jede Gegenmeinung zur Wahrheit zu erheben. Es geht darum, das Recht auf Zweifel zu verteidigen — und die Pflicht, begründet zu zweifeln.

Warum der Begriff vergiftet wurde

„Verschwörungstheorie“ funktioniert heute als Diskreditierungskeule. Sie erspart die Auseinandersetzung. Statt Belege, Motive, Mittel, Nutzen zu prüfen, etikettiert man. So wird Debatte durch Etikett ersetzt. Das schadet der Öffentlichkeit — und nützt denen, die Ungenauigkeiten brauchen.

Was ich mir wünsche

  • Begriffe entgiften: Verschwörung ≠ Wahn, Kritik ≠ Hass.
  • Prüfregeln statt Keulen: Wer profitiert? Welche Quelle? Welche Gegenprüfung?
  • Fehlerkultur: Auch die eigene These darf fallen, wenn Fakten es verlangen.
  • Zivilcourage: Die, die leise und sorgfältig arbeiten, verdienen Schutz, nicht Spott.

Schluss

Ob wir wollen oder nicht: Verschwörungen existieren, ebenso wie Mythen. Dazwischen liegt das Feld der Mündigkeit. Wer „Verschwörungstheoretiker“ pauschal beschimpft, verwechselt Kritik mit Chaos. Wer ernsthaft fragt, schützt die Wirklichkeit vor der bequemen Realität — und das ist in einer Demokratie kein Makel, sondern Dienst.

Langsam, aber sicher wachen mehr Menschen auf. Das ist gut so. Nicht, um neue Dogmen zu schaffen — sondern um aufrecht zu prüfen, zu denken, zu benennen.

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